Adventsfeier mit Angehörigen der Erwachsenenhilfe
Draußen warten wir noch auf den ersten richtigen Schnee.
Drinnen aber, in unseren Räumen, fühlt es sich schon nach diesen ganz besonderen Dezembertagen an.
Tagen, in denen alles etwas ruhiger wird und Menschen ein Stück näher zusammenrücken.
In dieser Stimmung begann auch unsere Adventsfeier:
unsere ganz besonderen Stunden im Jahr um gemeinsam innezuhalten.
Und ja, sie war, wie jedes Jahr, emotional.
Advent berührt, weil er uns erinnert: an Früheres, an Vertrautes, an das, was im Herzen bleibt.
Der Nachmittag begann damit, dass wir uns auf den Weg zum Gottesdienst machten.
Am Treffpunkt: Umarmungen, Wiedersehen, Gespräche und ein herzliches: „Schön, dass Sie da sind.“
Zeit zum Ankommen
Wenig später saßen wir gemeinsam im Gottesdienst.
Zeit der Stille und des Ankommens.
Musik, Kerzenlicht und Worte, die wärmen.
Danach ging es weiter auf den Wohngruppen.
Ohne Termine, ohne Zeitdruck.
Nur Raum zum Dasein.
Bewohnende, Eltern, Geschwister, Angehörige und Mitarbeitende saßen dort Seite an Seite.
Ein stilles, eindrucksvolles Bild von Verbundenheit.
Tische, liebevoll gedeckt. Kuchen, Torten, Gebäck und warme Getränke.
Bewohnende, die erzählten, was sie im vergangenen Jahr geschafft haben und mit spürbarem Stolz die Weihnachtsdeko zeigten, die in unserer Weihnachtswerkstatt entstanden ist.
Manche saßen einfach da, zufrieden, ruhig und glücklich, weil ihre Lieblingsmenschen neben ihnen Platz genommen hatten.
Sänger Tim brachte schließlich Musik in den Nachmittag. Ein kleines Mitmachkonzert mit Rasseln, Instrumenten und vertrauten Weihnachtsliedern.
Manche sangen mit, andere summten, manche hörten nur zu und mit jedem Lied wurden unsere Räume noch ein Stück wärmer.
Da waren diese feinen Augenblicke, die nicht fotografiert werden können, aber lange nachklingen:
Ein Lachen, das für jemanden sichtbar alte Vertrautheit bringt.
Ein Schal, der jemandem still zurechtgelegt wird.
Ein Blick, der sagt: „Ich sehe dich.“
Eine Hand, die länger gehalten wird als sonst.
Solche Momente erzählen so viel.
Sie erzählen, dass hinter jedem Menschen ein Netzwerk von Beziehungen steht: Eltern, Geschwister, Angehörige, Freundschaften, Teams.
Und dass dieses Netzwerk alles andere als selbstverständlich ist.
Es braucht Angehörige, die Zeit schenken.
Bewohnende, die mutig zeigen, was ihnen wichtig ist.
Und Mitarbeitende, die Räume schaffen, in denen solche schönen Stunden überhaupt erst entstehen können.
Gerade in diesem Jahr, das mit Umzug, Übergängen und neuen Wegen so viel Kraft gefordert hat.
Ein Jahr, in dem Familien uns so viel Vertrauen geschenkt haben und Bewohnende mehr Mut zeigen mussten, als man von außen sieht.
Ohne dieses große Miteinander wäre unsere Arbeit einfach nicht vollständig.
Was wir mitnehmen
An diesem Nachmittag wurde uns erneut bewusst, wie viel leichter Wege werden, wenn man sie gemeinsam geht.
Wir dachten gemeinsam an all die Umzugskartons, die neuen Zimmer, die fremden Wege und sahen es noch einmal ganz klar:
Wir sind angekommen.
Nicht, weil der Ort perfekt ist.
Sondern weil wir gemeinsam einen guten Platz geschaffen haben.
Einen Platz, der durch Miteinander entsteht, durch Vertrauen wächst
und der durch ganz viel Herz zu einem neuen Zuhause geworden ist.
Danke für diese wunderschöne Adventsfeier mit all den schönen Momenten, die uns noch lange begleiten werden.
Ein besonderer Dank geht an alle, die diesen wunderbaren Nachmittag vorbereitet und getragen haben.
An das Organisationsteam, das mit so viel Herz, Zeit und Liebe zum Detail dafür gesorgt hat, dass diese Adventsfeier möglich wurde.
Ihr habt nicht nur geplant und gestaltet, sondern einen Rahmen geschaffen, in dem Menschen einander begegnen konnten.
Dafür von uns allen: DANKE! DANKE!
Text und Fotos: Kathi Buttkus, Teamleitung Tagesstruktur Erwachsenenhilfe





